
Factoring als Baustein für Anschlussfinanzierung
Mehr als 4 Mrd. Euro Mezzanine-Kapital bei mittelständischen Unternehmen
21. Juli 2010 – Zum festen Termin und auf einen Schlag müssen viele mittelständische Unternehmen ab 2011 das Kapital aus den so genannten Mezzanine-Programmen zurückzahlen. In Zeiten restriktiverer Kreditvergabe gilt es rechtzeitig für die Anschlussfinanzierung zu sorgen. Dabei kann die als Factoring bezeichnete Liquiditätssicherung über den Verkauf von Forderungen ein wichtiger Baustein sein.
Lange Zeit galt verbrieftes Mezzanine-Kapital, auch Standardmezzanine genannt, als attraktives Finanzierungsinstrument für mittelständische Unternehmen. Diese Mischform aus Eigen- und Fremdkapital verbesserte Bilanz sowie Bonität und war vergleichsweise günstig, da das notwendige Geld über Verbriefungen am Kapitalmarkt eingesammelt wurde. Knapp 700 Unternehmen haben laut einer aktuellen Erhebung Standardmezzanine in den Büchern. Insgesamt wurden zwischen 2004 und 2007 mehr als 4 Mrd. Euro auf diesem Wege an mittelständische Unternehmen vergeben, durchschnittlich 6 Mio. Euro.
Viele Unternehmen wollten die Mittel für Investitionen in Wachstum nutzen und nach Ende der Laufzeit aus Gewinnen zurückzahlen. Die Wirtschaftskrise hat die Finanzplanung vieler Mittelständler allerdings erheblich durcheinander gebracht: Die Rückführung der Mezzanine-Darlehen nur über den eigenen Cashflow erscheint fraglich. Die meisten brauchen eine Anschlussfinanzierung, zumal das Standardmezzanine ein Jahr vor Ablauf vom wirtschaftlichen Eigenkapital ins Fremdkapital umgebucht werden muss.
Entsprechend fragen Banken und andere Kapitalgeber schon jetzt nach der künftigen Finanzierungsstruktur der betroffenen Unternehmen. Ein Lösungsweg kann in einem Finanzierungs-Mix liegen, der auf die individuellen Verhältnisse und Möglichkeiten abgestimmt und dabei möglichst kostengünstig ist. Dabei kann Factoring eine wichtige Rolle spielen: "In welchem Umfang Factoring zur Mezzanine-Ablösung beitragen kann, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In Zusammenarbeit mit der Hausbank bzw. der betreuenden Sparkasse lässt sich diese Frage erfahrungsgemäß schnell klären“, erläutert Dr. Karl-Joachim Lubitz, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Factoring Bank.
Auch aufgrund dieser Möglichkeit steigt die Nachfrage nach Factoring stetig an. Als ergänzendes Finanzierungsinstrument wird es u.a. zur Wachstumsfinanzierung, bei Akquisitionsanlässen (MBO, MBI), Restrukturierungen oder zur Optimierung des Working Capital eingesetzt.
Hintergrund
Beim Factoring verkaufen Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor deren Fälligkeit an die Factoring Bank; diese sichert die Liquidität ihres Klienten indem sie die offenen Forderungen sofort nach Rechnungsstellung gutschreibt, wofür sie bankübliche Zinsen und eine Gebühr erhält. Die Deutsche Factoring Bank ist Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe und zählt zu den führenden Instituten der Branche. Im ersten Halbjahr 2010 verzeichnete sie ein 31-prozentiges Umsatzplus. Neben der Zentrale in Bremen ist sie mit Büros in Bielefeld, Düsseldorf, Frankfurt/Main, München und Stuttgart vertreten.
Kontakt für Rückfragen
Dr. Karl-Joachim Lubitz
Telefon: 0421-3293-190 | E-Mail: karl-joachim.lubitz@deutsche-factoring.de
Langenstraße 15-21, 28195 Bremen