
Deutsche Factoring Bank | Chancen auf neuen Märkten nutzen
VON HENDRIK HARMS*
Vielen mittelständischen Unternehmen mit starkem Auslandsgeschäft bietet der Export als Treiber des deutschen Konjunkturaufschwungs jetzt neue Wachstumschancen. Nach überstandener Krise ist jedoch ihre Innenfinanzierung bisweilen noch schwach oder gar negativ. Dann stellt sich die Frage: Wie lässt sich die zusätzliche Liquidität für den Aufschwung generieren, zumal in vielen Ländern deutlich längere Zahlungsziele gelten als in Deutschland? Hier bietet sich Factoring als wirksamer Stabilisator und positiver Impulsgeber für den Liquiditätshaushalt an. Das gilt auch für Unternehmen, die in den aufstrebenden neuen Märkten wie u.a. den BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China – ihre Chance suchen.
Während Kunden in Deutschland normalerweise binnen 30 Tagen zahlen, sind beispielsweise in Frankreich, Italien oder in den USA 60 oder gar 90 Tage keine Ausnahme. Eine interne Erhebung der Deutschen Factoring Bank ergab: Werden Forderungen jahresdurchschnittlich auch nur um einen Tag schneller beglichen, reduziert dies den laufenden Finanzierungsbedarf schon erheblich. Bei einem Jahresumsatz von 1,5 Mio. Euro und unterstellten Sollzinsen von 8 % p.a. fallen 333 Euro an Kosten für jeden Tag der durchschnittlichen Debitorenlaufzeit an. Hinzu kommt: Neben der Überbrückung langer Zahlungsziele ist es für viele Unternehmen zudem schwierig, valide Bonitätsinformationen über ihre ausländischen Abnehmer zu erhalten. Auch die Zahlungsmoral lässt nicht selten zu wünschen übrig. Solche Risiken hilft Factoring zu vermeiden, und die dafür anfallenden Kosten sind im Export nicht zwingend höher als im Inlandsgeschäft.
Geld innerhalb von 48 Stunden
Der Verkauf der Forderungen an einen leistungsstarken Factor löst spätestens 48 Stunden nach Rechnungsstellung die Bezahlung von bis zu 90 Prozent aller limitgedeckten Auslandsforderungen aus. Damit verbunden ist für den Kunden nicht nur 100%iger Schutz vor Forderungsausfällen weltweit, sondern auch die Möglichkeit, Zahlungsziele zur Verbesserung der Wettbewerbsposition künftig flexibler zu gestalten.
Hinzu kommen die klassischen Factoring-Vorteile u.a. für die Rentabilität: So kann der Kunde die zusätzlichen Finanzmittel für Einkaufsvorteile (Skonti, Rabatte) einsetzen und Marktchancen nutzen. Bei einer gewünschten Übertragung der Forderungsverwaltung an einen Spezialisten werden darüber hinaus zusätzliches Verwaltungspersonal und Sachkosten für die Debitorenbuchhaltung gespart. Weiterhin werden von der Factoring-Gesellschaft grundsätzlich die Kreditprüfung, das Inkasso und die Rechtsverfolgung übernommen. Weitere Vorteile sind die Verkürzung der Bilanz, weil die gekauften Forderungen aus dem Vermögen der Firma ausscheiden. Dadurch verbessern sich wichtige Bilanzkennzahlen mit positivem Einfluss auf ein künftiges Rating.
Prinzipiell gibt es für Unternehmen auch noch andere Wege, um im Export an ihr Geld zu kommen. Im Vergleich zur Forfaitierung eignet sich Factoring besonders bei regelmäßigen Auslandslieferungen an einen oder mehrere Abnehmer und mit dem Ziel, Geldforderungen kurzfristig zu realisieren. Die Factoring-Gesellschaft übernimmt im Gegensatz zum Kreditversicherer das Ausfallrisiko zu 100 Prozent, wobei die Warenkreditversicherung auch in die Factoring-Zusammenarbeit integriert werden kann. Beim Factoring erfolgt der Forderungsausgleich immer 120 Tage nach Fälligkeit der Rechnung. Ein Ausfall muss nicht separat nachgewiesen werden.
Bei der Wahl ihres Factoring-Instituts (Factor) sollten Unternehmen in jedem Fall darauf achten, dass dieses über internationale Erfahrung verfügt und der 1968 gegründeten Factors Chain International mit entsprechenden Partnerschaften in rund 60 Ländern angehört.
Best Practice im Export
Um seine internen Fertigungsabläufe zu optimieren und sich von Drittlieferanten unabhängiger zu machen, plante ein exportstarkes mittelständisches Pharmaunternehmen Investitionen im Umfang etwa eines halben Jahresumsatzes. Die weiter steigende Kundennachfrage erforderte zugleich eine Ausweitung der Betriebsmittelfinanzierung. Auf Vermittlung der betreuenden Sparkasse kam deshalb Factoring als ergänzender Finanzierungsbaustein ins Spiel. Im Ergebnis bleiben die Kontokorrentkredite der Hausbanken weiterhin bestehen, der darüber hinaus gehende Betriebsmittelbedarf sowie die Auftragsfinanzierung werden durch ein stilles Kooperations-Factoring der Deutschen Factoring Bank gedeckt – eine wichtige Weichenstellung für gesundes Wachstum im In- und Ausland.
* Hendrik Harms ist Geschäftsführer der Deutschen Factoring Bank, Bremen